Here to stay
Nach dem Sommerloch folgt das Herbstloch und nachdem sich der FT im Sommer ausgiebig mit Fäkalien beschäftigt hat, folgt wohl die nächste “Schweinerei”: Die nicht abreisend wollenden Anschläge auf die Gedenktafel, die an die tapferen Wehrmachtssoldaten und die Allierten Bombenopfer gedenkt. Was die NPD nicht besser formulieren könnte, ist schon lange Zankapfel, aber bisher weniger unter der breiten Masse der Bamberger Bevölkerung, als unter unzähligen Tourist_innen die laut FT mit ihren Beschwerdebriefen bei der Stadt schon den ein oder anderen Ordner füllen und denjenigen hier, die im Sieg der Allierten über Deutschlang keine Niederlage oder ein Kriegsverbrechen sehen, sondern die Befreiung vom wohl barbarischten Regime aller Zeiten. Eine Befreiung mit dem sich das deutsche Volk in der Tat nicht brüsten kann.
So heißt es im Artikel: “Dem Zeitgeist entsprechend verwendet sie aus heutiger Sicht bedenkliche Formulierungen”. Das mag zwar präzise und korrekt sein, wie sonst kaum etwas in diesem Artikel, aber was für ein Zeigeist herrschte denn dann in der Zeit, in der diese Tafel nicht nur hergestellt wurde, sondern noch hängt? Laut dem Artikel wurde die Tafel(und/oder der Gedenkstein?) immerhin in den letzten 5 Jahren ganze 8 Mal wieder hergestellt. Eine Konsequenz, die mensch sich auch bei der Einschätzung der Tafel wünscht. Denn entweder scheint der Zeitgeist von damals für die Mehrheit des Stadtrates noch der gleich zu sein wie der von “1957″ oder es wird eine Jetzt-erst-Recht Mentalität hochgehalten, die völlig inhaltslos ist. Was dem einen die Ignoranz und Sturrheit, ist dem einen die Standthaftigkeit und Stärke. Sogar von der GAL, die sich ja angeblich in den 80er Jahren noch hiztige Debatten um die Gedenktafel lieferte und nun ganz ihrem Denkmalschutztrend folgend, natürlich zur Bewahrung aufruft. Der “beiden” Tafeln.
Denn das eigentlich bemerkenswerte an dem Artikel, neben der Einsicht der Text der “einen” Tafel sei ja irgendwie schon” bedenklich”, ist die Tatsache, dass immer von den “beiden” Tafeln die Rede ist. Die linke Tafel war aber bisher nicht Opfer eines Anschlags und wenn die Motivation der Täter_innen die ist, die nahe liegt, wird sie es wohl auch nicht werden. Die andere Tafel gedenkt nämlich nachträglich bzw. zusäztlich (da war ja was) den Opfern des Nationalsozialismus und ist ein Kind der 80er Debatte, die allerdings nicht mit den Geldern finanziert worden ist, die in den letzten 5 Jahren 8 Ma die Ttafel auf der rechten Seite(?) wiederherstellte und nun auch noch Videokameras bezahlen sollen: nämlich denen der Stadt. Die Gedenktafel wurde von Spender_innen wie der SPD und der GAL bezahlt, wovon noch heute am 8. Mai der SPD Kranz vor der linken Tafel zeugt, während die rechte Tafel einen der Stadt bekommt. Würde die SPD doch nur öfter eine solche Arbeitsteilung betreiben. Trotzdem wird in dem Text suggeriert, es müssen entweder beide weg oder beide bleiben. Wobei es natürlich auch sein kann, dass pendantisch wie ich bin, ich mich von der Bezeichnung Stauffenberg-”Gedenkstein” irritieren lasse und Gedenkstein nicht einfach als Synomym für “die andere Tafel” verstehe.
Wobei es mir auch nachwievor schleierhaft ist, wieso das Gedenken an Stauffenberg so eine immense Wichtigkeit hat. Denn die moralisiche Botschaft,”die Ratten verlassen das sinkende Schiff”, ist wohl kaum eine, die den meisten Menschen erst mit Nachdruck reingedrückt werden muss. Obwohl, wenn mensch sich die Herbeiführung der Niederlage des Nationalsozialismus anschaut, dann wohl immerhin: den Deutschen.
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27. September, 2011 um 00:45
Die Stauffenberg-Tafel wurde von seiner Wehrmachtseinheit, dem 17. Reiterregiment, gestiftet (https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/w/index.php?title=Datei:Gedenktafel_Graf_Stauffenberg_BA.JPG&filetimestamp=20090415165520), die sicher alle in Wirklichkeit Antifaschisten und immer schon dagegen waren.